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Grunsätzliche Fragen zu USBoot


user offline
Hallo,

ich kenne Filesysteme seit ihrer Einführung in den 70ern, bin aber neu bei USBoot und obwohl ich alle Dokumentationen gelesen habe, bleiben doch eine ganze Reihe Fragen bei denen ich hoffe, dass sie mir jemand beantworten kann:

1. Ist es richtig, dass das XP System auf meiner HDD, auf welchem USBoot installiert wird und läuft, verrändert wird? Jedenfalls deinstallierte mir das Programm den Graphik- und noch andere Treiber so dass mir Angst und Bange wurde und ich das Programm abgebrochen habe und meine XP Installation (auf der HDD) lieber von einem Backup zurückgeholt habe.

2. Gibt es Anlass zu Befürchtungen? Was verändert USBOOT auf meiner HDD?

3. Bleiben ausser dass das Programm sich installiert nach dem Beschreiben eines USB Sticks Änderungen auf meinem Rechner zurück?

4. Wenn ich einen Stick für einen Freund präparieren möchte, geht das nur auf seinem PC oder kann ich das auch auf dem meinigen machen?

5. Muß auf dem "umzubauenden" USB Stick bereits ein XP darauf sein und ist vor dem Umbau davon zu booten oder wird immer mein bestehendes XP auf der HDD benötigt und (wenn der Fall) umgebaut?

6. Warum "baut" USBoot auf meinem XP Festplattensystem herum, ich
möchte schließlich nur einen Stick bootfähig und Pagefile-fähig machen!?
Formatierungsprogramme die ich bis jetzt kenne, basteln auf dem zu
formatierenden Medium herum und haben an meiner Registry nichts zu suchen, oder?

7. Ich habe XP, abgesehen vom Pagefile-Problem auf einem Stick, wenn auch extrem langsam, am Laufen. Welche Schritte muss ich unternehmen damit das Pagefile Problem gelöst wird? Kann ich da etwas in den "Phasen" überspringen?

8. Ist es überhaupt nötig, meinen Rechner (falls das der Fall ist) durch USBoot verändern zu lassen, wo das Stick sowieso schon bootet und "nur" das Pagefile Problem zu lösen ist?

9. Wie und warum entsteht ein Pagefile Problem wenn man XP (.inf Files sind bereits verändert damit es überhaupt installiert und bootet) auf einen USB Stick installiert?

10. Funktioniert USBoot auch mit einem PATA NAND-Flash auf dem ursprünglich
ein XP Embedded installiert war und welches nun, nachdem versucht wurde ein Pagefile auf einem USB-Stick anzulegen, nicht mehr zum Laufen zu bekommen ist. Will sagen, kann ich dieses Modul mit USBoot wieder "zum Leben erwecken" ?

11. Was unterscheidet eine XP Installation auf einer Festplatte grundsätzlich von einer USB Installation?

12. Warum läßt sich von einer XP USB Installation mit USBoot kein Image z.B.
mit Paragons PartitionManager anfertigen welches einfach wieder zurückgespielt werden kann?

13. Ist USBoot auch mit anderen OS wie z.B. Linux verwendbar?


Für die Beantwortung dieser grundsätzlichen Fragen wäre ich sehr dankbar!

Beste Grüße
DG4EK


user online Germany
> 1. Ist es richtig, dass das XP System auf meiner HDD, auf welchem USBoot installiert wird und läuft, verrändert wird? Jedenfalls deinstallierte mir das Programm den Graphik- und noch andere Treiber so dass mir Angst und Bange wurde und ich das Programm abgebrochen habe und meine XP Installation (auf der HDD) lieber von einem Backup zurückgeholt habe.

Ja! Wie auch schon in der Einleitung des Installers zu lesen ist, vermag USBoot mit seinen Modulen und Routinen dabei zu helfen, eine Installation von Windows XP so zu MODIFIZIEREN, dass sie von USB gestartet werden kann.

> 2. Gibt es Anlass zu Befürchtungen?

Die Frage ist in dieser Form bzw. Allgemeinheit schlichtweg nicht zu beantworten. Bestenfalls lässt sich für konkret angesprochene Befürchtungen eine Antwort versuchen. Aufgrund der Komplexität der beteiligten Faktoren und der Vielzahl an verschiedenen Konfigurationen, die in der Praxis vorhanden bzw. denkbar sind, lässt sich sicher nicht jede Art von potentieller Schwierigkeit vorhersehen.

> Was verändert USBOOT auf meiner HDD?

USBoot ändert weniger etwas and der HDD als dass es eigene Module im System integriert, Treiber installiert und einige Konfigurationen am System vornimmt. Im Groben ist dies allerdings durchaus schon in den Begleittexten zu den einzelnen Schritten angeführt. Wichtig ist dabei auch zu vergegenwärtigen, dass USBoot nicht in jedem Fall anhand einer vollkommen statischen Leitlinie folgt sondern zum Teil dynamisch auf die Konfiguration des Hostsystems reagiert.

> 3. Bleiben ausser dass das Programm sich installiert nach dem Beschreiben eines USB Sticks Änderungen auf meinem Rechner zurück?

Ja! Wie schon geschrieben 'vermag USBoot mit seinen Modulen und Routinen dabei zu helfen, eine Installation von Windows XP so zu MODIFIZIEREN, dass sie von USB gestartet werden kann.' Dies geschieht hauptsächlich in den Phasen I und II eben mit der Installation von Windows auf der diese Phasen ausgeführt werden. Phase III kümmert sich dann um den Transfer und letzte Anpassungen für den Start vom neuen Datenträger.

> 4. Wenn ich einen Stick für einen Freund präparieren möchte, geht das nur auf seinem PC oder kann ich das auch auf dem meinigen machen?

Technisch gesehen sollte das in vielen Fällen funktionieren, da sich USBoot über den Start von USB hinaus auch noch darum kümmern kann, das System für den Betrieb auf wechselnder Hardware vorzubereiten.

Dabei bleibt jedoch zu beachten, ob bzw. inwiefern der Betrieb auf USB mit dem Rechner des Bekannten lizenzrechtlich vom Softwarevertrag mit Microsoft abgedeckt ist!

> 5. Muß auf dem "umzubauenden" USB Stick bereits ein XP darauf sein und ist vor dem Umbau davon zu booten

Wenn schon vor dem 'Umbau' ein startbares XP auf dem Stick war, wäre eine direkte Ausführung der Phasen I und II von dort denkbar. Allerdings stellt sich die Frage, wie das System (ohne Einsatz von USBoot) soweit gebracht wurde, dass es von USB booten kann. Da USBoot nicht davon ausgeht, dass schon vorher 'Anpassungen' am USB Subsystem vorgenommen wurden, könnte es zu Problemen durch unvorhergesehene Wechselwirkungen kommen.

> oder wird immer mein bestehendes XP auf der HDD benötigt

Das ist der reguläre Standardfall. Für letzte Sicherheit bietet es sich ohnehin an vor dem Lauf von USBoot ein Backup des Systems anzufertigen.

> und (wenn der Fall) umgebaut?

Dieser Teil der Frage erschließt sich mir nicht ganz ...

> 6. Warum "baut" USBoot auf meinem XP Festplattensystem herum, ich
> möchte schließlich nur einen Stick bootfähig und Pagefile-fähig machen!?
> Formatierungsprogramme die ich bis jetzt kenne, basteln auf dem zu
> formatierenden Medium herum und haben an meiner Registry nichts zu suchen, oder?

Es gilt zweierlei Dinge zu unterscheiden:

Zum einen gilt es den USB Stick mit passendem MBR, Partitionierung mit einer aktiven primären Bootpartition und Dateisystem mit Bootsektor startfähig zu machen. Der entscheidende Punkt liegt jedoch darin, dass dies allein NICHT genügt, sondern nur zu dem berühmten STOP 7B Bluescreen führt!

Deshalb muss für einen erfolgreichen Start von Windows XP auch dieses selbst angepasst werden.

> 7. Ich habe XP, abgesehen vom Pagefile-Problem auf einem Stick, wenn auch extrem langsam, am Laufen. Welche Schritte muss ich unternehmen damit das Pagefile Problem gelöst wird? Kann ich da etwas in den "Phasen" überspringen?

Ja, in diesem Falle genügt es, Phase 0 mit 'USBoot phase-0' auszuführen.

> 8. Ist es überhaupt nötig, meinen Rechner (falls das der Fall ist) durch USBoot verändern zu lassen, wo das Stick sowieso schon bootet und "nur" das Pagefile Problem zu lösen ist?

Siehe oben!

> 9. Wie und warum entsteht ein Pagefile Problem wenn man XP (.inf Files sind bereits verändert damit es überhaupt installiert und bootet) auf einen USB Stick installiert?

Das liegt in der internen Implementation des Systems begründet und lässt sich nicht einfach durch irgendwelche Einträge in der Registry oder .inf Dateien beeinflussen.

> 10. Funktioniert USBoot auch mit einem PATA NAND-Flash auf dem ursprünglich
> ein XP Embedded installiert war und welches nun, nachdem versucht wurde ein Pagefile auf einem USB-Stick anzulegen, nicht mehr zum Laufen zu bekommen ist. Will sagen, kann ich dieses Modul mit USBoot wieder "zum Leben erwecken" ?

USBoot kommt grob gesehen erst nach dem XP Boot Menü ins Spiel. Wenn der Start nicht einmal bis dorthin gelangt kann auch USBoot kaum etwas daran ändern.

> 11. Was unterscheidet eine XP Installation auf einer Festplatte grundsätzlich von einer USB Installation?

Das führt hier zu weit.

> 12. Warum läßt sich von einer XP USB Installation mit USBoot kein Image z.B.
> mit Paragons PartitionManager anfertigen welches einfach wieder zurückgespielt werden kann?

Ich wüßte nicht, warum das nicht gelingen sollte, kenne allerdings die angesprochene Software auch nicht. USBoot steht dem jedenfalls nicht direkt im Wege!

> 13. Ist USBoot auch mit anderen OS wie z.B. Linux verwendbar?

Nein! USBoot ist spezifisch für Windows entwickelt worden.

Gerd


user offline
Hallo Gerd,

herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Aus den Antworten ist nun ganz klar ersichtlich, dass USBoot dafür geschaffen wurde, um eine eigene, d.h. bereits auf dem Rechner vorhandene XP Installation auf einen USB Stick
zu transferieren und das System so zu modifizieren, dass das USB XP anschließend auch hochfährt.

Also doch eine sehr praktische Sache smile

Eine Frage bleibt jedoch noch offen, nämlich warum XP Installationen normalerweise, also ohne USBoot sich stur weigern, Pagefiles anzulegen obwohl diese dann in der Praxis während des Betriebes doch angelegt werden und allerdings nicht beeinflußbar sind.

In diesem Zusammenhang ist es mir dann auch schon passiert (das erwähnte XP Embedded) dass der Versuch über die Systemsteuerung, ein Auslagerungsfile anzulegen im Endeffekt nur dazu führte, dass der Platz auf dem Systemlaufwerk immer weniger wurde, also von XP praktisch verspeist wurde ohne dass auch nur 1MB Pagefile
sichtbar wurde, geschweige denn angepasst werden konnte.
Nach mehreren Versuchen zerstörte diese Speicherfresswut schließlich die ganze Installation da das (RAM) Bootlaufwerk immer weniger freien Platz aufwies.

In einem Punkt möchte ich Dir lieber Gerd bezüglich Deiner Antworten aber widersprechen:

Die Installation eines XP ist von einem Original Installations CD Abbild auf USB dann möglich,
wenn die Dateien TXTSETUP.SIF, DOSNET.INF, USB.INF, USBPORT.INF und USBSTOR.INF
der USB Installation angepasst werden.

Zusätzlich ist eine weitere INF Datei (hier USBBOOT.INF genannt) neu zu erstellen
welche spezielle Einträge in die spätere Registry vornimmt.

Der Installationsvorgang verläuft dann absolut unproblematisch, der USB Stick bootet problemlos. Was allerdings nach wie vor bleibt, ist das Paging Problem das ich leider auch mit USBoot Phase 0 angewandt auf ein fertiges USB Stick, nicht lösen konnte (bei Option /sos erscheint die Meldung
Can't use paging mode 0x00000 oder so ähnlich).

Viele Grüße
DG4EK


user online Germany
> herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Aus den Antworten ist nun ganz klar ersichtlich, dass USBoot dafür geschaffen wurde, um eine eigene, d.h. bereits auf dem Rechner vorhandene XP Installation auf einen USB Stick
> zu transferieren und das System so zu modifizieren, dass das USB XP anschließend auch hochfährt.

Ja, nur ganz genau genommen in der umgekehrten Reihenfolge (erst die Modifikation des bestehenden Systems, dann der Transfer) wink

> Eine Frage bleibt jedoch noch offen, nämlich warum XP Installationen normalerweise, also ohne USBoot sich stur weigern, Pagefiles anzulegen obwohl diese dann in der Praxis während des Betriebes doch angelegt werden und allerdings nicht beeinflußbar sind.

Hier kann ich ohne Weiteres nicht ganz folgen.

> In einem Punkt möchte ich Dir lieber Gerd bezüglich Deiner Antworten aber widersprechen:
>
> Die Installation eines XP ist von einem Original Installations CD Abbild auf USB dann möglich,
> wenn die Dateien TXTSETUP.SIF, DOSNET.INF, USB.INF, USBPORT.INF und USBSTOR.INF
> der USB Installation angepasst werden.

Wo habe ich denn geschrieben, das die Installation auf USB durch die genannten Anpassungen nicht möglich sei? Soweit ich sehe bin ich nur darauf eingegangen, dass der Betrieb eines Pagefiles auf USB Datenträgern nicht allein mit Modifikationen von '.inf' Dateien machbar ist und zum Start von Windows XP von USB Anpassungen am Betriebssystem selbst notwendig sind, die über die Vorbereitung von BIOS, MBR, Partitionierung und Dateisystem samt Bootsektor hinausgehen.

> Der Installationsvorgang verläuft dann absolut unproblematisch, der USB Stick bootet problemlos. Was allerdings nach wie vor bleibt, ist das Paging Problem das ich leider auch mit USBoot Phase 0 angewandt auf ein fertiges USB Stick, nicht lösen konnte (bei Option /sos erscheint die Meldung
> Can't use paging mode 0x00000 oder so ähnlich).

Ohne eine genaue Angabe der Fehlerumstände bzw. der ausgegebenen Fehlermeldungen (sowie idealerweise auch der letzen fünf bis zehn Zeilen davor) ist auch der Versuch einer Diagnose schwer möglich.

Besten Gruß,

Gerd

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